Jule, Freddy und viele glückliche Kinder
Seit 10 Jahren gibt es die Kinderkiche St. Bonifatius -
in der Corona-Krise auch per Video
Von Thomas Rünker
„Wir klatschen in die Hände und alle klatschen mit ...“ – wenn die beiden Handpuppen Jule und Freddy in der Taufkapelle der St.-Bonifatius-Kirche das Kinderkirche-Lied anstimmen, sind ihnen große Augen von kleinen Leuten sicher. Auf bunten Kissen sitzen dann Kleinkinder und Grundschüler und feiern mit den beiden Puppen einen eigenen Kindergottesdienst, während ihre Eltern – oder zumindest einer der beiden – in der Kirche nebenan entspannt die Sonntagsmesse mitfeiern.
Seit zehn Jahren lädt ein Team engagierter Ehrenamtlicher aus der Huttroper Gemeinde rund einmal im Monat zur Kinderkirche. Zu Beginn der Sonntagsmesse laden sie die Kinder mit den Puppen in die Taufkapelle ein– und pünktlich zur Gabenbereitung kommen die Mädchen und Jungen zusammen mit Jule und Freddy wieder zurück in die Kirche. Dort feiern die Familien dann gemeinsam mit der Gemeinde den zweiten Teil der Messe, an deren Ende jeweils ältere Kinder der Gemeinde zusammen mit den Puppen berichten, was in der Kinderkiche diesmal Thema war.
Gestartet als Initiative von Eltern auf der Suche nach einem passenden Mess-Angebot für sich und ihre Kleinkinder, hat das Kinderkirche-Team seit 2010 mittlerweile rund 100 Gottesdienste mit Jule und Freddy gefeiert. Inhaltlich drehen sich die Feiern mal um das Tagesevangelium, mal um kirchliche Festtage, Heilige oder Bibelgeschichten aus dem Alten oder Neuen Testament. Nach Kinderkirche-Gebet und -Lied gestalten Jule und Freddy das Programm, starten meist mit einem Dialog und beziehen schnell die Kinder mit ein. Mal beantworten die Jungen und Mädchen Fragen, mal wird gemeinsam gebastelt, gesungen oder getanzt – bevor am Ende jeder Kinderkirche die „Kinderkirchen-Post“ hereingebracht wird: Aus einem großen Umschlag gibt es dann für jedes Kind ein Ausmalbild, etwas zum Basteln oder ein anderes kleines Andenken an den Gottesdienst.
Je nach Thema spielt das Kinderkirche-Team die Geschichten auch als Theaterstück oder stellt sie mit Puppen oder im „Bilderbuchkino“ dar. Seit der Adventszeit verfügt die Kinderkirche zudem über einen Wandteppich, den Mitarbeiterinnen des Kinderkiche-Teams selbst genäht und mit zahlreichen Figuren aus Filz bestückt haben. Mit diesem Teppich und den Figuren können Jule und Freddy nun mit den Kindern ganze Geschichten Stück für Stück gemeinsam erzählen und darstellen. So wurde auf dem Teppich im Advent zunächst die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem inszeniert. Am Heiligen Abend haben Jule und Freddy dann zusammen mit den Kindern im Vorprogramm der Familien-Christmette die Krippe mit Jesuskind, Schafen und Engeln vervollständigt – bevor in der Januar-Kinderkirche auch noch die Heiligen drei Könige hinzu kamen.
Dabei ist die Kinderkirche in St. Bonifatius nicht nur für viele Kinder ein beliebtes Angebot, sondern auch für das Team, das die Gottesdienste organisiert. Die ehrenamtliche Arbeit ist so flexibel, dass das Team unterschiedlich interessierte und talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen 18 und gut 50 Jahren verbindet. Einige sind von Beginn an dabei, einige erst seit Kurzem – und einige haben ihre aktive Zeit bereits beendet und begleiten die Kinderkirche weiter mit viel Sympathie.